Strategie & Steuerungskennziffern

Strategische Grundprinzipien

Vossloh ist eines der weltweit führenden Bahntechnik-Unternehmen. Im Zentrum der Geschäftstätigkeit stehen Produkte und Dienstleistungen für die Bahninfrastruktur. Diese werden von drei Geschäftsbereichen – Core Components, Customized Modules und Lifecycle Solutions – erbracht. Der vierte Geschäftsbereich Transportation, in dem das Geschäft mit Lokomotiven, Nahverkehrsbahnen sowie elektrischen Komponenten für Schienenfahrzeuge und Busse gebündelt ist, zählt nicht mehr zum Kerngeschäft. Er wird bis spätestens Ende 2017 veräußert oder in geeignete Partnerschaften eingebracht.

Die drei Kerngeschäftsbereiche werden nach den Grundprinzipien ihrer Geschäftsmodelle, das heißt nach Produkt-, Projekt- und Dienstleistungsorientierung, gesteuert und kontrolliert. Alle Geschäftsbereiche arbeiten eng zusammen und treten nach außen einheitlich und abgestimmt als „One Vossloh“ auf. Die Geschäftstätigkeit im Konzern erfolgt unter dem Dach der Vossloh AG. Sie nimmt als integrale oberste Managementebene direkten operativen Einfluss und koordiniert, führt und kontrolliert die Geschäftsbereiche und -felder eng.

Der Konzern wird durch die Vossloh AG nach drei strategischen Prinzipien geführt:

  • Fokussiertes Portfolio: Vossloh konzentriert sich auf das Kerngeschäft Bahninfrastruktur und adressiert dabei ausschließlich Teilmärkte, in denen eine marktführende Position bereits besteht oder erreichbar ist. Unsere Fokus-Märkte sind: Westeuropa, China, USA und Russland. Daneben bestehen weltweit weitere attraktive Einzelmärkte, in denen der Konzern projektweise tätig ist.
  • Wertorientiertes Wachstum: Der Konzern hat das klare Ziel, mindestens so stark zu wachsen wie der Markt für Bahninfrastruktur – idealerweise jedoch stärker. Das Wachstum soll dabei sowohl organisch durch Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen als auch durch selektive Akquisitionen erreicht werden. Forschung und Innovation bilden einen weiteren Schwerpunkt künftigen Wachstums.
  • Hohe Profitabilität: Vossloh will einen positiven Wertbeitrag erwirtschaften. Das heißt ein EBIT, das die Kapitalkosten übertrifft. Zudem strebt Vossloh einen nachhaltig positiven frei verfügbaren Cashflow in sämtlichen Geschäften an.

Steuerungssystem
und Ziele

Vossloh verfolgt eine wertorientierte Wachstumsstrategie. Als Messgröße dient der Wertbeitrag. Positive Wertbeiträge werden erzielt, wenn eine Prämie auf die von Eigen- und Fremdkapitalgebern geforderte Verzinsung (Kapitalkosten) erwirtschaftet wird. Die Prämie ergibt sich aus der Differenz zwischen der erwirtschafteten Kapitalrendite, gemessen als Return on Capital Employed (ROCE), und den Kapitalkosten, die als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten ermittelt werden. Durch Multiplikation der Prämie mit dem durchschnittlichen Capital Employed ergibt sich der absolute Wertbeitrag einer Periode. Im Rahmen der internen Steuerung werden Return on Capital Employed und Wertbeitrag auf einer Vorsteuerbasis ermittelt. Der Wertbeitrag wird gemäß IFRS 8 als steuerungsrelevante Ergebnisgröße der Geschäftsfelder im Rahmen der externen Berichterstattung kommuniziert.

Die Eigenkapitalkosten resultieren aus einem risikolosen Zinssatz plus einer Marktrisikoprämie. Aufgrund der Vorsteuerbetrachtung wird der Verzinsungsfaktor entsprechend angepasst. Die Fremdkapitalkosten setzen sich aus den durchschnittlichen Finanzierungskonditionen des Konzerns zusammen. Das zur Ermittlung der gewichteten Kapitalkosten angesetzte Verhältnis von Eigen- zu verzinslichem Fremdkapital von zwei Dritteln zu einem Drittel leitet sich nicht aus der Bilanz ab, da es zum einen auf einer Zielgröße für die Finanzierungsstruktur basiert. Zum anderen erfolgt der Ansatz des Eigenkapitals nicht zu den in der Bilanz berücksichtigten Buch-, sondern zu Zielmarktwerten. Zur internen Steuerung wurde im Geschäftsjahr 2015 – wie schon 2014 – ein Kapitalkostensatz (Weighted Average Cost of Capital, WACC) vor Steuern in Höhe von 10,0 % als Verzinsungserwartung der Kapitalgeber angesetzt.

Unsere finanziellen Leistungsindikatoren sind Wertbeitrag, Umsatz und EBIT beziehungsweise EBIT-Marge.

Während Umsatz und EBIT beziehungsweise EBIT-Marge insbesondere unter kurzfristigen Gesichtspunkten die entscheidenden Kennzahlen darstellen, steht bei der längerfristigen Steuerung der Geschäftsfelder der Wertbeitrag im Fokus. Grundsätzlich existieren zwei Hebel zur Erhöhung des Wertbeitrags: Erhöhung des EBIT und Optimierung des gebundenen Kapitals (Capital Employed). Beide Größen sind zugleich Haupttreiber des Return on Capital Employed (ROCE). Bei der Optimierung dieser Kennzahl setzt Vossloh bei den beeinflussbaren Größen an. Aus diesem Grund stehen ergänzend insbesondere das Working Capital beziehungsweise die Working-Capital-Intensität und der Free Cashflow im Fokus. Als nichtfinanzielle Berichtsgröße wird die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl (FTE; Full Time Equivalent) herangezogen.

Kennzahlen