Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz

„Null Unfälle“ – das ist unsere Vision

Sicherheit am Arbeitsplatz und die Erhaltung der Gesundheit der Mitarbeiter stehen bei Vossloh im Mittelpunkt der Fürsorgepflicht als Arbeitgeber. Fast alle größeren Produktionsstandorte weltweit sind nach dem international anerkannten Standard OHSAS 18001 (Occupational Health and Safety Assessment Series) oder dem Nachfolgestandard ISO 45001 zertifiziert und unterziehen sich den vorgeschriebenen Audits durch unabhängige externe Prüfer. Zum Ende des Jahres 2019 beschäftigten die nach OHSAS 18001 oder ISO 45001 zertifizierten Einheiten über 76 % der Vossloh-Mitarbeiter. Das Segment Weichen- und Anlagenservice von Vossloh Rail Services verfügt seit 2017 sogar über eine SCC-Zertifizierung (Safety Certificate Contractors), deren Anforderungen über OHSAS 18001 hinausgehen. Für die oberen Führungskräfte der operativen Einheiten ist die Erreichung der definierten Arbeitssicherheitskennzahlen ein Bestandteil ihrer vergütungsrelevanten Zielvereinbarungen.

Mit dem Work Safety Committee existiert seit 2012 ein ständiges konzernweites Gremium für Arbeitssicherheit. Es hat in den vergangenen Jahren wichtige Schritte zur Harmonisierung der Arbeitsschutz- und Sicherheitsbedingungen in den verschiedenen Geschäftsbereichen initiiert. So wurde eine gemeinsame Arbeitsschutzpolitik formuliert, die für alle Gesellschaften weltweit verbindlich ist. Darin ist als Vision die Null-Unfall-Strategie festgeschrieben.

Seit 2014 werden bei Vossloh Arbeitsunfälle konzernweit über die gesetzlichen Pflichten hinaus monatlich nach einheitlichen Kriterien dokumentiert. Wichtigste Kennzahlen dabei sind die international gängigen Größen Lost Time Accident Frequency Rate (LTAFR, Häufigkeit der Unfälle mit verletzungsbedingtem Arbeitsausfall) und Lost Time Accident Severity Rate (LTASR, Schwere der Unfälle mit verletzungsbedingtem Arbeitsausfall). Unfälle, die aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigung eines Mitarbeiters zu Ausfallzeiten führen, werden zeitnah direkt an den Vorstand berichtet. Um die Zahl der Arbeitsunfälle weiter zu reduzieren und die Sicherheitskultur weiterzuentwickeln, arbeiten Work Safety Committee und Konzernbetriebsrat eng zusammen.

Abeitsunfälle (Vossloh-Konzern)*20192018
Lost Time Accidents1 11298
Lost Time Accident Frequency Rate216,013,8
Lost Time Accident Severity Rate32,92,1

* Für den als nicht fortgeführte Aktivitäten ausgewiesenen Geschäftsbereich Transportation können folgende Werte für 2019 angegeben werden: LTA = 20 (2018: 10), LTAFR = 21,6 (2018: 12,4) und LTASR = 2,0 (2018: 0,9).

1 Unfälle mit verletzungsbedingtem Ausfall von mindestens 1 Stunde

2 Häufigkeit der Unfälle mit verletzungsbedingtem Arbeitsausfall von mindestens 1 Stunde im Verhältnis zur kumulierten Ist-Arbeitszeit, bezogen auf 1 Million Arbeitsstunden

3 Schwere der Unfälle mit verletzungsbedingtem Arbeitsausfall von mindestens 1 Stunde im Verhältnis zur kumulierten Ist-Arbeitszeit, bezogen auf 1 Million Arbeitsstunden

Generell werden bei Vossloh sowohl Unfälle mit und ohne Arbeitsausfall als auch Beinahe-Unfälle analysiert, um daraus standortübergreifend für die Zukunft zu lernen und die Unfallzahlen zu senken. Auch im Bereich Arbeitssicherheit gehört die Definition konkreter Zielmarken für festgelegte Zeiträume zu den Aufgaben des Arbeitskreises Nachhaltigkeit. Er erarbeitete erste Vorschläge, die derzeit noch in der Abstimmung mit dem Work Safety Committee sind.

Damit es erst gar nicht zu Unfällen am Arbeitsplatz kommt, ist Prävention für Vossloh ein wichtiges Anliegen. Dazu gehören unter anderem regelmäßige, verhaltensorientierte Sicherheitsbegehungen, die das Sicherheitsbewusstsein der Mitarbeiter schärfen, regelmäßige Sicherheitsunterweisungen und -trainings für alle Mitarbeiter, Onlineschulungen zu sicherheitsrelevanten Themen, die Bereitstellung umfassender Schutzausrüstung, Sicherheitskennzeichnungen an den Arbeitsplätzen sowie Sensibilisierungskampagnen. Dabei kommen häufig auch eindrückliche Videos zum Einsatz. Regelmäßig erfolgt im Vossloh-Konzern zum Beginn eines Arbeitstags oder einer Zusammenkunft die Aktion „4 Sekunden für die Sicherheit“ – nicht nur ausschließlich in der Produktion – mit einem kurzen Hinweis zu einem ausgewählten Sicherheitsaspekt. Noch einen Schritt weiter geht der Geschäftsbereich Lifecycle Solutions: Hier erhielten 2019 erstmals alle gewerblichen Mitarbeiter die Auflage, eine aus ihrer Sicht unsichere Situation oder Handlung in ihrem Arbeitsalltag, die im schlimmsten Fall zu einem Unfall führen kann, an den zuständigen Sicherheitsbeauftragten zu melden. Die Auswertung der gesammelten Meldungen ist noch nicht abgeschlossen.

Für alle Mitarbeiter, die im Rahmen ihrer Tätigkeit für Vossloh international reisen, gibt es seit 1. Februar 2018 ein konzernweit einheitliches, zeitgemäßes Reisesicherheitsmanagement. Es umfasst sowohl medizinische als auch sicherheitstechnische Aspekte von Geschäftsreisen und bietet auch Vorsorge für eventuelle Notfälle. Die globale Reisesicherheitsrichtlinie steht den Mitarbeitern im Intranet zur Verfügung. Die Reisenden des Konzerns werden bei der Vorbereitung von Reisen sowohl durch den automatisierten Versand reisebezogener E-Mails eines kompetenten externen Dienstleisters als auch durch dessen Assistance-Center und die Travel- Security-Manager des Konzerns unterstützt. Über diese Zusammenarbeit stehen den Reisenden 11.000 internationale Medizin-, Sicherheits- und Logistikexperten an über 1.000 Standorten in 90 Ländern 24/7 an 365 Tagen im Jahr zur Verfügung. Eine Assistance-App sowie Informationen zu den Assistance-Centern im Scheckkartenformat runden das Angebot des Dienstleisters ab, der selbst gemäß GRI-Richtlinien agiert. Mit dem zeitlich und inhaltlich anspruchsvollen Programm der Einführung des Reisesicherheitsmanagements hat sich Vossloh für den „Duty of Care Award“ 2019 beworben.

Das betriebliche Gesundheitsmanagement von Vossloh verfolgt das Ziel, allen Mitarbeitern Möglichkeiten zur Gesundheitsprävention und -förderung zu eröffnen. Dazu gehören die bereits genannten Arbeitssicherheitsmaßnahmen, Ergonomie am Arbeitsplatz und Fahrsicherheitstrainings ebenso wie ein tägliches Obstangebot, Ernährungsberatung, Betriebssport (unter anderem Laufgruppen und Yogakurse), Raucherentwöhnungsunterstützung und Vorsorgeangebote (unter anderem Darmkrebsvorsorge, Grippeschutzimpfungen, Vital-Screenings, Tipps zur Gesunderhaltung). Vossloh Fastening Systems führte 2019 für alle Mitarbeiter des Werks in Russland eine freiwillige Krankenversicherung ein, über die die Beschäftigten kostenlose medizinische Hilfe bei ausgewählten Einrichtungen erhalten können. Im Werk in den USA wurden für Mitarbeiter, die ganztägig auf Betonböden stehen, Anti-Ermüdungsmatten angeschafft.