Wenn die letzte Bahn gefahren ist
Gearbeitet wurde nachts. Nach Betriebsschluss der Inselbahn wurde der Frästruck im Hafenbereich eingegleist. Während auf der Insel die Lichter ausgingen, begann für die Vossloh-Teams die eigentliche Schicht.
Auf der rund 3,4 Kilometer langen, stark abgenutzten Strecke wurden Schienenfehler bearbeitet und die Schienenprofile wieder in die gewünschte Geometrie gebracht. Die ehemals elektrisch verschweißten 15-Meter-Schienen haben im Laufe der Jahre immer lautere Geräusche beim Befahren verursacht. Das Fräsen trägt gezielt Material ab und ermöglicht eine präzise Reprofilierung der Schiene. Der integrierte Nachschliff sorgt anschließend für eine akustisch optimierte Oberflächenqualität.
Doch der Frästruck konnte nicht jeden Bereich der Strecke bearbeiten. Für die besonderen Geometrien und schwer zugänglichen Stellen kam deshalb zusätzlich das mobile System Flexis zum Einsatz. Die hand- und spurgeführten Maschinen können auch dort arbeiten, wo eine Großmaschine konstruktionsbedingt nicht weiterkommt – etwa in den kritischen Weichenbereichen, wie Herzstücken, oder an speziellen Gleisabschnitten, wie dem Sturmflut-Sperrtor.
So ergänzten sich zwei Technologien punktgenau: Der Frästruck übernahm die Bearbeitung der Strecke, Flexis die Bereiche, die besondere Präzision und Beweglichkeit erforderten.