Story | 12.08.2026

Mit Neugier, Teamgeist und Innovationskraft zum Engineered Polymer Pad

Seit rund zwölf Jahren ist Timo Collard Teil von Vossloh Fastening Systems

– und hat sich vom Auszubildenden zum Product Manager entwickelt. Heute verantwortet er im strategischen Produktmanagement das Segment Composite Materials und treibt damit unter anderem die Entwicklung und Markteinführung des Engineered Polymer Pad (EPP) voran. Sein Antrieb: Innovationen auf die Schiene bringen und nachhaltige Mobilität maßgeblich mitgestalten.

Schritt für Schritt mehr Verantwortung

Timo Collard ist 31 Jahre alt und arbeitet seit etwa zwölf Jahren bei Vossloh Fastening Systems . Seine berufliche Laufbahn begann klassisch mit einer Ausbildung. Danach wechselte er in den Bereich Business Development, wo er zunächst in Themen wie Vertriebscontrolling und Marktanalysen tätig war, um schrittweise mehr Verantwortung und die Rolle des Business Development Manager zu übernehmen.

Parallel dazu investierte er in seine Weiterbildung: mit einem Bachelor of Arts in Business Administration und einem Master of Science in Sales Management. Als bei Vossloh Fastening Systems in Werdohl vor drei Jahren eine neue strategische Produktmanagement-Abteilung aufgebaut wurde, übernahm Timo die Verantwortung für das Segment Composite Materials . Dazu gehören heute das Engineered Polymer Pad und die Engineered Polymer Sleeper.

 

Engineered Polymer Pad: vom Entwicklungsstart bis zur Marktreife 

Besonders prägend für Timo war die Arbeit am Engineered Polymer Pad (kurz: EPP). Bereits 2021 war er direkt zu Beginn des Entwicklungsprojekts eingebunden. Zu diesem Zeitpunkt gab es weder den heutigen Produktnamen noch ein fertiges Konzept für die eigene Schwellenbesohlung. In seiner damaligen Rolle im Business Development übernahm er die Leitung des Entwicklungsprojekts und konnte das neue Produkt gemeinsam mit einem interdisziplinären Team von Anfang an mitgestalten.

Für ihn war schnell klar: Das EPP sollte sich durch einen klaren Mehrwert abheben – vor allem durch Nachhaltigkeit und langfristigen Kundennutzen.

Nachhaltigkeit als Entwicklungsziel

Die EPP besteht bereits zu mehr als 95 % aus recyceltem Material. Produziert wird mit grüner Energie, unter anderem aus eigener Photovoltaik. Außerdem ist das Produkt am Ende seines Lebenszyklus vom Betonschwellenkörper trennbar und kann vollständig recycelt werden.

Für Timo ist das ein zentraler Teil des Produktversprechens: leistungsfähig im Einsatz, wirtschaftlich über den Lebenszyklus und gleichzeitig ressourcenschonend.

Warum das EPP wichtig ist

Im Gespräch erklärt Timo anschaulich, welche Funktion eine Schwellenbesohlung überhaupt erfüllt. Zwischen Schwelle und Schotter wirkt es als elastische Schicht. Da Betonschwellen nur einen sehr kleinen direkten Kontaktbereich zu den Schottersteinen haben, entstehen hohe punktuelle Belastungen. Diese führen dazu, dass der Schotter schneller verschleißt, gereinigt, gestopft oder ausgetauscht werden muss.

Genau hier setzt das EPP an. Es verteilt die Last auf mehr Schottersteine und schützt so den Schotter nachhaltig. Deshalb trägt die erste Produktvariante auch den Namen Ballast Shield. Darüber hinaus bietet das Produkt weitere Vorteile, etwa bei der Reduzierung von Lärm und Vibrationen oder bei der Verbesserung des lateralen Schwellenwiderstands, was ein wichtiger Faktor ist, um das Gleis bei hohen Temperaturen und steigenden Belastungen stabil zu halten.

Ein Produkt für die Anforderungen moderner Netze

Timo sieht klar, dass Lösungen wie das EPP heute besonders relevant sind, da in vielen Märkten, insbesondere in Europa, weniger komplett neue Strecken entstehen. Stattdessen werden bestehende Netze intensiver genutzt, modernisiert und stärker belastet. Höhere Frequenzen, steigende Geschwindigkeiten und mehr Verkehr auf vorhandener Infrastruktur erhöhen die Anforderungen an das System Schiene. Das EPP ist daher eine Antwort auf diese Entwicklung. Und obwohl die Bahnindustrie als konservativ und sicherheitsgetrieben gilt, sieht Timo weltweit Kunden, die als Early Adopter vorangehen und Innovationen ins Gleis bringen. 

Besonders spannend findet er, dass Nachhaltigkeit in Ausschreibungen zunehmend eine größere Rolle spielt. Kriterien wie CO₂-Fußabdruck und Umweltwirkung werden in manchen Märkten inzwischen aktiv in die Bewertung von Lieferanten einbezogen. Gerade im Segment Composite Materials  ist das aus seiner Sicht ein klarer Zukunftstrend.

 

Erfolgsfaktor Teamarbeit als entscheidendes Kriterium 

Wenn von Beginn an Kolleginnen und Kollegen aus Forschung und Entwicklung, Industrial Engineering, Einkauf, Qualität, Marketing und Nachhaltigkeit zusammenarbeiten, darf von echter Teamarbeit gesprochen werden. Für Timo der entscheidende Erfolgsfaktor, da somit tiefes Produktverständnis mit Anwenderkompetenz und methodischem Know-how in der Produktentwicklung verbunden wurden. 

Erfahren Sie mehr zu Timos Geschichte bei Vossloh und den Weg des EPP in die Serienproduktion im enabling green mobility Podcast.