Korrektur statt Austausch
Genau hier kommt die vorsorgende Schienenpflege ins Spiel. Im Auftrag der Warschauer Straßenbahn bearbeitet Vossloh besonders stark belastete Gleisabschnitte – sogenannte „Hot Spots“ – mit der kleinsten Schienenfräse der Welt, der VTM-compact. Sie wird für gezielte Fräseingriffe an definierten Abschnitten des Netzes eingesetzt, um Schienenfehler vollständig zu eliminieren und einen Schienenwechsel so lange wie möglich hinauszuzögern.
Bearbeitet werden sowohl Vignol- als auch Rillenschienen. „Gerade Rillenschienen stellen bei Straßenbahnnetzen besondere Anforderungen an die Instandhaltung. Dass wir diese heute mit der VTM-compact in hoher Qualität bearbeiten können, ist das Ergebnis langjähriger Entwicklungsarbeit und in dieser Form einzigartig im Markt. Die Maschine schließt erfolgreich eine Nische, die mit bisherigen Fräsmaschinen nicht bearbeitet werden konnte“, erklärt Marcel Taubert, Geschäftsführer von Vossloh Rail Services.
Durch die korrektive Schienenbearbeitung können Schienenfehler frühzeitig behoben werden, bevor umfassende Erneuerungsmaßnahmen notwendig werden. Das verlängert nicht nur die Lebensdauer der Infrastruktur. Es hilft auch, Eingriffe zu vermeiden, die das Leben in einer Millionenstadt spürbar beeinflussen können. Denn wenn Rillenschienen ausgetauscht werden, müssen häufig Straßen geöffnet, Gleise freigelegt und ganze Verkehrsabschnitte zeitweise gesperrt werden. Betroffen sind dann oft auch Busse, Autos, Lieferverkehr und Anwohner. Die gezielte Schienenbearbeitung ermöglicht es dagegen, in kurzen nächtlichen Zeitfenstern einzugreifen, ohne die Mobilität der Stadt wesentlich einzuschränken. So leistet sie einen wichtigen Beitrag, damit Warschau Tag für Tag in Bewegung bleibt.