Als Konzernobergesellschaft trägt die Vossloh AG die Verantwortung für das Finanzmanagement des Konzerns. Dem Bereich Treasury des Konzerns obliegen die zentrale Steuerung der Zahlungsströme, die Sicherung der Finanzierung sämtlicher Konzerngesellschaften sowie die Absicherung und Steuerung finanzieller Risiken. Neben Liquiditätsrisiken zählen dazu insbesondere Risiken aus Zins- und Währungsschwankungen. Zur Absicherung werden unter anderem derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Die Konzerngesellschaften werden im Wesentlichen durch konzerninterne Mittelbereitstellungen der Vossloh AG finanziert. Nur in Einzelfällen, in denen eine ausländische Finanzierung wirtschaftlich vorteilhafter oder rechtlich notwendig ist, erfolgt eine originäre Finanzierung in einzelnen Konzerngesellschaften.
Die Nettofinanzschuld des Vossloh Konzerns (berechnet als Finanzverbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten abzüglich kurzfristiger Wertpapiere) ohne Leasingverbindlichkeiten erhöhte sich zum Jahresende 2025 auf 491,5 Mio.€ (Vorjahr: 88,7 Mio.€). Die Erhöhung resultierte im Wesentlichen aus der Finanzierung der Kaufpreiszahlung für die Sateba-Akquisition. Zum Jahresende 2025 belief sich die Nettofinanzschuld inklusive der Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 61,0 Mio.€ (Vorjahr: 48,9 Mio.€) auf 552,5 Mio.€ (Vorjahr: 137,6 Mio.€).
Die Finanzverbindlichkeiten betrugen zum Ende des Berichtsjahres 701,5 Mio.€ und lagen damit deutlich über dem Vorjahreswert von 232,7 Mio.€. Zum Jahresende 2025 entfielen insgesamt 485 Mio.€ der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auf Schuldscheindarlehen. In Summe wurden 2025 Schuldscheindarlehen mit einem Gesamtvolumen von 600 Mio.€ platziert, wovon 400 Mio.€ in einer ersten Tranche im November 2025 bereits ausgezahlt wurden. Eine zweite Auszahlung ist im Februar 2026 erfolgt. Die neuen Schuldscheindarlehen wurden mit Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren und sowohl festen als auch variablen Zinssätzen begeben. Weitere rund 42 Mio.€ der Finanzverbindlichkeiten zum Jahresende 2025 entfielen auf Inanspruchnahmen des Konsortialkredits mit einem Volumen von 240 Mio.€ und einer Laufzeit bis Februar 2030. Die Verzinsung ergibt sich aus dem jeweiligen Referenzzinssatz (Euribor beziehungsweise €STR) sowie einer im Kreditvertrag vereinbarten Marge, die sich an der Kennzahl Nettofinanzschuld zu EBITDA orientiert. Für diese Kennzahl (Covenant) ist eine Maximalhöhe festgelegt, deren Überschreitung den kreditgebenden Banken die Möglichkeit einer vorzeitigen Kündigung einräumt. Die Einhaltung des Covenants ist halbjährlich nachzuweisen; sie war zum Halbjahr und Ende 2025 gegeben. Aufgrund der im Berichtsjahr seitens Vossloh vorzeitig gekündigten Schulscheindarlehen über 60 Mio.€ mit Rückzahlungstermin Januar 2026 sowie des im April 2026 zurückzuzahlenden Term-Loans (als letzter ausstehender Teil der im November 2025 refinanzierten Akquisitionsfinanzierung für den Erwerb von Sateba) über 50 Mio.€ stieg der Anteil der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten gegenüber dem Vorjahr von 62,2 Mio.€ auf 168,9 Mio.€ an. Die Summe aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie kurzfristigen Wertpapieren betrug zum Ende des Berichtsjahres 149,0 Mio.€ (Vorjahr: 95,0 Mio.€).
Die Haftungsverhältnisse haben sich zum 31. Dezember 2025 auf 17,8 Mio.€ vermindert (Vorjahr: 26,8 Mio.€). Der Großteil davon entfiel mit 15,0 Mio.€ (Vorjahr: 21,1 Mio.€) auf das ehemalige Geschäftsfeld Locomotives. Für diese noch bestehenden Haftungsverhältnisse hat die Vossloh AG von einer erstklassigen Bank eine unwiderrufliche und bedingungslose Bürgschaft auf erste Anforderung erhalten.
Zum Jahresende standen dem Konzern neben den Zahlungsmitteln zugesagte, aber nicht genutzte Kreditlinien in Höhe von insgesamt 306,4 Mio.€ (Vorjahr: 757,6 Mio.€) zur Verfügung.
Die im Februar 2021 begebene Hybridanleihe über 150 Mio.€ mit unbestimmter Laufzeit wurde in den ersten fünf Jahren mit 4,0 % verzinst. Vossloh hat im Januar 2026 eine neue Hybridanleihe mit einem Volumen von 250 Mio.€ erfolgreich am Kapitalmarkt platziert. Die Anleihe verfügt über eine unbestimmte Laufzeit und kann ausschließlich durch Vossloh erstmals nach fünf Jahren gekündigt werden. Aufgrund ihrer Ausgestaltung wird sie gemäß IFRS als Eigenkapital eingestuft. Die damit verbundene Erhöhung der Eigenkapitalquote und die weitere Stärkung der Bilanzstruktur verleihen dem Konzern eine deutlich größere finanzielle Flexibilität, die die Umsetzung der Unternehmensstrategie wirkungsvoll unterstützt.