Creditor Relations

Finanzierungsgrundsätze

Konservative Finanzierungsstrukturen sind die grundsätzliche Leitidee der Finanzierungsstrategie von Vossloh. Bei der Steuerung der Kapitalstruktur orientiert sich Vossloh an den Kennzahlen für Unternehmen mit Investment-Grade-Rating. Die Finanzierung und Liquiditätsbereitstellung der Unternehmensgruppe erfolgt in der Regel zentral über die Vossloh AG als Konzernholding. Hohe Bonität der Vertragspartner spielt dabei eine ebenso große Rolle wie unser Bestreben, langfristige Verbindungen zu unseren kreditgebenden Partnern aufzubauen und zu halten. Derivative Finanzinstrumente setzt Vossloh ausschließlich zur Absicherung von konkreten Risiken aus bestehenden oder absehbaren Grundgeschäften ein.

Finanzlage

Im Juli 2017 hatte die Vossloh AG Schuldscheindarlehen mit Laufzeiten von vier Jahren im Volumen von 135 Mio.€ und sieben Jahren im Volumen von 115 Mio.€ begeben. Die vereinbarte Verzinsung ist hierbei bei den vierjährigen Laufzeiten für einen Betrag von 85 Mio.€ mit 0,988 % fixiert und für einen Betrag von 50 Mio.€ variabel mit einer Marge von 85 Basispunkten über Euribor. Für die siebenjährigen Laufzeiten gilt bei einem Teilbetrag von 90 Mio.€ eine feste Verzinsung von 1,763 %, beim Restbetrag von 25 Mio.€ gelten 120 Basispunkte über Euribor. Für die Referenzgröße gilt jeweils ein Floor von 0,0 %.

Ende November 2017 hatte die Vossloh AG einen neuen Konsortialkredit über 150 Mio.€ mit acht Banken abgeschlossen und damit den seit dem Jahr 2015 bestehenden und bis April 2018 terminierten Konsortialkredit endgültig abgelöst. Nach Ausübung der beiden Verlängerungsoptionen im November 2018 und 2019 um jeweils ein Jahr hat der Finanzierungsvertrag nun eine Laufzeit bis November 2024. Das Kreditvolumen wurde im April 2019 um 80 Mio.€ auf 230 Mio.€ erhöht und kann während der Vertragslaufzeit bei Bedarf um weitere bis zu 70 Mio.€ erhöht werden. Die Mittel stehen dem Unternehmen in Form einer revolvierenden Kreditlinie zur Verfügung, die flexibel in Anspruch genommen werden kann. Hier wurde die Einhaltung eines Covenants in Form der Relation Nettofinanzschuld zu EBITDA vereinbart. Eine Verletzung des maximal vereinbarten Schwellenwerts dieser Kennzahl führt zu einer vorzeitigen Kündigungsmöglichkeit durch die kreditgebenden Banken. Gleichzeitig bestimmt die jeweilige Höhe der Kennzahl die Verzinsung (Basispunkte über Euribor). Sie liegt aktuell bei 1,8 %. Zum Bilanzstichtag war die Kreditlinie in Höhe von 102,3 Mio.€ über Barmittel, über an Tochtergesellschaften abgezweigte Linien und Bürgschaften in Anspruch genommen worden (Vorjahr: 56,2 Mio.€). Die Einhaltung des Covenants ist halbjährlich nachzuweisen. Aufgrund einer Vertragsanpassung wurde die Überprüfung zum 30. Juni 2019 ausgesetzt, zum Berichtsstichtag war die Einhaltung gegeben. Der Ausweis der bestehenden Verbindlichkeit aus diesem Konsortialkredit erfolgt gemäß den vertraglichen Bedingungen unter den langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Im Vorjahr erfolgte der Ausweis noch unter den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten; die Änderung spiegelt die tatsächlichen Regelung korrekt wider.

Die Nettofinanzschuld des Vossloh-Konzerns (berechnet als Finanzverbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten abzüglich kurzfristigen Wertpapieren) ohne Berücksichtigung der Effekte aus der Erstanwendung des IFRS 16 stieg vom Jahresende 2018 mit 307,3 Mio.€ leicht auf 321,3 Mio.€ zum Ende des Geschäftsjahres 2019 an. Inklusive der Effekte aus der Erstanwendung des IFRS 16 in Höhe von 49,1 Mio.€ betrug die Nettofinanzschuld zum Jahresende 2019 370,4 Mio.€. Während die Dividendenausschüttungen, die Zinszahlungen sowie der negative Free Cashflow im Jahr 2019 erhöhend auf die Nettofinanzschuld wirkten, hatten die Zuflüsse aus der Kapitalerhöhung sowie die Zuflüsse aus dem Verkauf der US-amerikanischen Aktivitäten im Geschäftsbereich Customized Modules einen reduzierenden Effekt.

Die Finanzverbindlichkeiten beliefen sich zum Ende des Geschäftsjahres 2019 auf 427,1 Mio.€ und lagen damit über dem entsprechenden Vorjahreswert von 356,5 Mio.€. Der Anteil kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten belief sich Ende 2019 auf 41,3 Mio.€ (Vorjahr: 32,5 Mio.€). Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten erhöhten sich hauptsächlich aufgrund der Effekte aus der Erstanwendung des IFRS 16 und aufgrund höherer Inanspruchnahmen der zur Verfügung stehenden Kreditlinien. Die Summe aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie kurzfristigen Wertpapieren aus den fortgeführten Bereichen betrug 56,7 Mio.€ zum Jahresende 2019 (Vorjahr: 49,2 Mio.€).

Zusammensetzung der Finanzverbindlichkeiten

Mio.€20192018
Übrige langfristige Bankverbindlichkeiten348,3
319,8
Langfristige Leasingverbindlichkeiten37,5
4,2
Langfristige Finanzverbindlichkeiten385,8
324,0
Kurzfristige Bankverbindlichkeiten24,0
30,2
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten11,6
0,8
Kurzfristige Verbindlichkeiten für ausstehende Dividendenzahlungen4,2
0,0
Zinsverbindlichkeiten1,5
1,5
Kurzfristige Wechselverbindlichkeiten0,0
0,0
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten41,3
32,5
Finanzverbindlichkeiten427,1356,5

Die Finanzverbindlichkeiten werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Verbindlichkeiten aus Finanzleasing resultieren aus den gemäß IFRS 16 zu berücksichtigenden Leasingverbindlichkeiten.

Eine Überleitung auf die Bewertungskategorien des IFRS 9 befindet sich unter den „Zusätzlichen Angaben zu Finanzinstrumenten“ auf Seite 145 ff im Geschäftsbericht 2019.