Forschung und Entwicklung

Vossloh gehört in seinen Tätigkeitsfeldern in der Bahninfrastruktur zu den Technologieführern. Um den spezifischen Erwartungen der Kunden in den einzelnen Marktregionen nachhaltig gerecht zu werden und die eigene Wettbewerbsposition weiter zu stärken, investiert das Unternehmen intensiv in die Weiterentwicklung und Optimierung seiner Produkte und Dienstleistungen. Innovationen sind ein entscheidender Baustein, um die technologische Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens aufrechtzuerhalten. Im Rahmen eines strukturierten Innovationsmanagements treibt Vossloh Neuentwicklungen kontinuierlich voran.

Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit bei Vossloh widmet sich schwerpunktmäßig mehreren drängenden Themen der Bahnbranche: Erhöhung der Streckenverfügbarkeit, Verlängerung der Lebensdauer der Infrastruktur(-komponenten) bei gleichzeitiger Reduzierung der Lebenszykluskosten und Reduzierung von Lärmemissionen im Schienenverkehr. Zudem beschäftigen sich die F&E-Experten von Vossloh konzernübergreifend mit den Folgen der steigenden Gleisbelastung und dem daraus resultierenden Verschleiß von Oberbaukomponenten. Als Systemanbieter verfügt Vossloh über umfassendes Know-how für den komplexen Fahrweg Schiene.

Schon seit einigen Jahren bündelt Vossloh sein Forschungs- und Entwicklungs-Know-how an mehreren Technologie- und Kompetenzstandorten. Im Herbst 2017 wurde ein konzernweites, strukturiertes Innovationsmanagement eingeführt, das einen systemischen, die Kerngeschäftsbereiche übergreifenden Ansatz verfolgt und auf offenes Denken setzt. Wesentliche Treiber für Neuentwicklungen sind die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden und die Anforderungen des Markts. Gezielt bezieht Vossloh jetzt neue und benachbarte technologische Bereiche in seine Entwicklungsarbeit ein, denn aufgrund der zunehmenden Digitalisierung in der Bahnbranche sind immer häufiger interdisziplinäre Lösungsansätze gefragt, um neue Geschäftsmodelle umzusetzen. Und gerade durch den Einsatz neuer digitaler Technologien ergeben sich enorme Potenziale für den Vossloh-Konzern.

Core Components

Im Geschäftsbereich Core Components arbeiteten die F&E-Experten 2018 daran, die neuen Lösungen für mehr Lärm- und Erschütterungsschutz weiter zur Marktreife zu bringen. Dabei wurde das für den Nahverkehr in China entwickelte Schienenbefestigungssystem 336V mit cellentic-Zwischenplatte zur Verminderung von Vibrationen ebenso im Gleis erprobt wie die optimierte Schwellenlösung 300NG für die Feste Fahrbahn. Im Befestigungssystem 300 kommt auch die Schienenklemme SKL 15 HF mit ihrem völlig neuartigen Design für erhöhte Lebensdauer und Sicherheit zum Einsatz. Ebenfalls zu Testzwecken verbaut wurden Schienenbefestigungen mit Stahlkomponenten, bei denen die neue, besonders umweltfreundliche Premium-Zinkbeschichtung Vossloh protect für einen langlebigen Korrosionsschutz selbst unter extremen Bedingungen sorgt.

Customized Modules

Im Geschäftsbereich Customized Modules erprobten die F&E-Ingenieure 2018 den neuen, extrem harten Walzstahl CogX vor allem in Herzstücken und Zungen für Straßenbahnweichen. Die Ergebnisse hinsichtlich Profilstabilität und Kriechfestigkeit waren positiv. Nächster Schritt ist die Erprobung des wärmebehandelten laminierten Stahls in Weichensystemen für den Schwerlastverkehr. Das Material war gemeinsam mit ArcelorMittal Industeel entwickelt worden. Durch seine extreme Härte hat es im Vergleich zu bestehenden Lösungen eine höhere Verschleiß- und Stoßfestigkeit. Ebenfalls ausführlichen Praxistests unterzogen wurde COGISLIDE, eine im Geschäftsbereich selbst entwickelte Beschichtung. Damit überzogene Gleitstühle in Weichen können reibungsarm ohne Schmierung bewegt werden. Zusammen mit COGILINK, einer neuen Generation selbstschmierender Ringe, korrosionsgeschützter Zapfen und eines schmierungsfreien Kugelgelenks für alle Gestängearten, wird das gesamte Weichensystem wartungsfrei und funktioniert noch länger und zuverlässiger. Zur Testreife gebracht wurde zudem ein rein hydraulischer Weichenantrieb, der zur Energieeinsparung beiträgt.

Lifecycle Solutions

Im Geschäftsbereich Lifecycle Solutions wurde 2018 die Entwicklung der kompakten MPM-Schienenfräse (Multi Purpose Milling) abgeschlossen, die Vossloh der Fachwelt ebenfalls auf der Branchenmesse InnoTrans vorstellte. Zugeschnitten auf die Bedürfnisse des Nahverkehrs und tunneltauglich, eignet sie sich ebenso für die flexible Hotspot-Bearbeitung auf Vollbahnstrecken. Um eine regelmäßige Zustandserhebung zu gewährleisten, plant Vossloh die Ausstattung aller seiner Schienenbearbeitungsmaschinen mit modernster Sensorik. Im ersten Schritt wurde der HSG-Schleifzug mit Messtechnik zur Bestimmung der Längswelligkeit und des Querprofils ausgerüstet. Die hauseigene neue Software mapl-e wertet die Daten der verschiedenen Prüfungen des Schienen- und Gleiszustands aus und ermöglicht zielführende Handlungsempfehlungen zur Optimierung des Instandhaltungszyklus und des Instandhaltungsbudgets. Zudem kann hier die Beteiligung der Tochtergesellschaft Vossloh High Speed Grinding GmbH an einem Projekt zur näheren Untersuchung des sogenannten Schienenkreischens genannt werden.