Motivierendes Arbeitsumfeld

Alternde Gesellschaften in den Industrieländern, Fachkräftemangel in vielen Teilen der Welt, zunehmend digitale Arbeitswelten, globaler Wettbewerb um gut ausgebildete Ingenieure, veränderte Erwartungen der jungen Generation an Arbeitgeber: Das sind nur einige der Herausforderungen im Bereich Human Resources, denen sich Vossloh zu stellen hat. Das Unternehmen legt deshalb großen Wert darauf, seinen Beschäftigten ein motivierendes Arbeitsumfeld zu bieten. Ein grünes Unternehmen in einer krisensicheren Branche zu sein, ist wichtiger Bestandteil des Employer Branding.

Moderne IT-Ausstattung, tägliches Obstangebot, kostenloses Mineralwasser, Überraschungsgeschenke zu besonderen Anlässen (etwa Weihnachten, Ostern, in den USA auch Thanksgiving), Sportgruppen oder gemeinsame Unternehmungen der Belegschaft sind bei Vossloh selbstverständliche Incentives für Mitarbeitende. Die Covid-19-Pandemie hat insbesondere in den Verwaltungsbereichen das flexible, mobile Arbeiten weiter verstärkt. Es wird flankiert von neuen Kommunikations- und Veranstaltungsformaten wie virtuellen Kaffeepausen, Online-Yogagruppen oder digitalen Weihnachtsfeiern. Seit 2020 ist eine Konzernbetriebsvereinbarung zum mobilen Arbeiten in Kraft, basierend auf den Erfahrungen mit Homeoffice.

Vossloh praktiziert eine lebensphasenorientierte Personalpolitik. Das Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ wird konstruktiv zwischen Arbeitnehmervertretern und Management diskutiert. Für die Mitarbeitenden der deutschen Vossloh Gesellschaften bildete die Auditierung „Beruf und Familie“ einen wichtigen Meilenstein. Die Palette der hier eingesetzten Instrumente reicht von flexiblen Arbeitszeiten über Gleitzeit-, Teilzeit- und Elternzeitmodelle bis zu mobilem Arbeiten, individuellen Sabbaticals, Kinderbetreuungs- und Pflegeunterstützungsangeboten und der Umwandlung von Sonderzahlungen in Freizeit für Familienaufgaben. In den französischen Vossloh Gesellschaften bestehen Vereinbarungen zur geschäftlichen (Nicht-)Erreichbarkeit von Mitarbeitenden während ihrer Freizeit. Derzeit arbeitet der Geschäftsbereich Customized Modules an der Vereinbarung „Balance Work Private Life“.

Sachverhalte, die die Nachhaltigkeitsorientierung von Vossloh weiter stärken, gehen auch in das Anreizsystem des Unternehmens ein. 2021 wurde – ebenfalls in enger Zusammenarbeit von Arbeitnehmervertretung und Vorstand – der in einigen Geschäftseinheiten bereits bestehende kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) zum konzernweiten Ideenprogramm Fit4Future umgestaltet. Dabei können alle Mitarbeitenden über eine in vielen Sprachen verfügbare App Ideen einreichen und deren Umsetzung geschäftsfeldübergreifend begleiten. Ausdrückliches Ziel ist es, den Einsatz von Material, Energie sowie Arbeitskraft und -zeit in allen Bereichen des Unternehmens zu reduzieren und damit die Kosten zu senken. Die besten Projekte, die aus den eingereichten Vorschlägen entstehen, nehmen an einem jährlichen Wettbewerb teil. Drei von einer Jury ausgewählte Projekte werden jeweils im Rahmen der Leaders‘ Lounge mit dem neu geschaffenen Eduard-Vossloh-Preis prämiert. Im Jahr 2021 standen Projekte aus China, Frankreich und Deutschland als Finalisten zur Wahl. Die Teilnehmer der virtuellen Leaders Lounge wurden aufgefordert, den Gewinner zu wählen.

Im Berichtsjahr reichten die Mitarbeitenden beziehungsweise Teams aller Geschäftsfelder insgesamt über 650 Ideen ein, von denen mehr als 180 bereits 2021 umgesetzt wurden. Für den nach dem Firmengründer benannten Preis – bestehend aus einem Geldbetrag sowie Trainings- und Teambuilding-Angeboten – wurden 15 Vorschläge nominiert. Den mit 15.000 Euro dotierten ersten Preis erhielt ein Team von Vossloh Rail Services in Hamburg. Die Idee der visuellen Fernbetreuung und Fernwartung von Gleisbearbeitungsmaschinen mithilfe von Datenbrillen überzeugte insbesondere wegen der Skalierbarkeit der Lösung für den gesamten Konzern. Zweiter mit einem Preisgeld von 10.000 Euro wurde ein Team des chinesischen Joint Ventures WCRCT von Vossloh Switch Systems in Wuhu. Das Projekt erbrachte, dass zur Herstellung mehrerer Typen von Zungenrohlingen für Weichen nur noch das dritte von drei Werkzeugen hergestellt und ersetzt werden muss. Der dritte Preis (5.000 Euro) ging an ein Team von Vossloh Switch Systems in Fère-en-Tardenois für eine Idee, mit der die Nachbearbeitung von Bohrungen in Weichenunterlagsplatten überflüssig wird.

Die Zufriedenheit ihrer Mitarbeitenden erheben die Gesellschaften des Vossloh Konzerns regelmäßig durch Befragungen zu verschiedenen thematischen Schwerpunkten. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für Verbesserungsmaßnahmen und Veränderungen. 2021 gab es Mitarbeitendenbefragungen unter anderem bei Vossloh Fastening Systems an den deutschen Standorten zum Thema Gesundheitsschutz (siehe den Sachverhalt „Betriebliches Gesundheitsmanagement“, Seite 92) und in Polen. Zudem wurden alle Auszubildenden des Geschäftsfelds gebeten, die Qualität der Ausbildung zu beurteilen. Das sehr gute Ergebnis führte zur Vergabe des Gütesiegels „Ausbildungsbetrieb 2021“ an das Unternehmen. Vossloh Rail Services erhielt aus der Befragung der Mitarbeitenden aus der Verwaltung wertvolle Hinweise auf Verbesserungsmöglichkeiten beim mobilen Arbeiten, etwa durch Shared Desks oder virtuelle Kaffeepausen, aber auch auf Defizite, etwa beim Führen auf Distanz.